“... me dizem que semos espanholes mas na fala não”. Beobachtungen zu Spracheinstellungen im spanisch-portugiesischen Grenzgebiet

Autores

Typology: 
Proceedings
Volume title: 
Sprachliche Diversität: Praktiken – Repräsentationen – Identitäten. Akten der Sektion Potentiale sprachlicher Diversität in den romanischen Sprachen des XXIX. Deutschen Romanistentages Saarbrücken (25-29.9.2005)
Volume editors: 
Döring, Martin; Osthus, Dietmar; Polzin-Haumann, Claudia
Locality: 
Bonn
Publisher: 
Romanistischer Verlag
Year: 
2007
Pages: 
79-98
ISBN: 
9783861431770
Synopsis: 

[Resumen de la comunicación presentada al congreso]

Eine der vier portugiesisch-spanischen Kontaktzonen in der spanischen Region Extremadura erstreckt sich entlang der Staatsgrenze von Cedillo, am linken Ufer des Tajo gelegen, über Valencia de Alcántara in der Provinz Cáceres bis La Codosera im Norden der Provinz Badajoz. Sie besteht aus den drei genannten Hauptorten nebst verschiedenen kleineren Weilern, die z.T. direkt an der Grenze zu Portugal gelegen sind. Sowohl in Cedillo als auch in den Grenzweilern der Gemeinden Valencia de Alcántara und La Codosera wurden bis etwa Mitte des 20. Jahrhunderts fast ausschließlich portugiesische Varietäten gesprochen. Der sozio-ökonomische Wandel, der die Gegend erfasste, insbesondere Faktoren wie die temporäre und dauerhafte Emigration großer Teile der Bevölkerung, die Einführung der Schulpflicht, die Verbesserung der Verkehrsanbindung an die benachbarten spanischen Orte sowie der Zugang zu Massenmedien, führten zu einer zunehmenden Überdachung des Portugiesischen durch die spanische Standardsprache. Die Koexistenz beider Sprachen manifestiert sich auf linguistischer Ebene in Form von spanischen Interferenzen in der lokalen portugiesischen Varietät. Auf soziolinguistischer Ebene lässt sich eine Zunahme an bilingualen Sprechern und seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts auch an monolingualen Spanischsprechern feststellen, so dass der Gebrauch des Portugiesischen stetig abnimmt und aufgrund der fehlenden Weitergabe an die nachfolgende Generation das Aussterben dieser Varietät in der Region prognostiziert werden kann.
In diesem Beitrag soll den Spracheinstellungen nachgegangen werden, die in Zusammenhang mit dem Rückgang des Portugiesischen in der Sprachkontaktzone zwischen Cedillo und La Codosera stehen. Darüber hinaus werden Sprachbewusstsein sowie das Verhältnis zwischen nationaler und sprachlicher Identität der portugiesischsprachigen Bevölkerung untersucht, da beide Faktoren u.E. neben den Spracheinstellungen Schlüsselpositionen für den Prozess der Sprachaufgabe einnehmen
(http://www.uni-saarland.de/fak4/romanistentag/sektionen/abstracts/abstra...).

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Last modified: 
08/02/2019 - 14:28